Store-Fallen #6: Mit IAP darfst du es nicht kostenlos nennen
2026-06-07
Tags: Windows · Microsoft Store · Store-Fallen
Ich hatte meinen Store-Eintrag geschrieben, bevor ich In-App-Käufe hinzugefügt habe — und danach vergessen, ihn zu aktualisieren.
Was passiert ist
Meine App ist kostenlos herunterzuladen, alle Kernfunktionen sind kostenlos. Der einzige In-App-Kauf ist ein optionales Supporter-Edition-Upgrade, das ein Abzeichen hinzufügt. Das war's.
Aber die Store-Beschreibung sagte immer noch fröhlich:
ICO Unpacker is a lightweight, free Windows desktop tool...
Dann kam der Zertifizierungsbericht:
10.1.4.3 App Quality - Description
Claims made about pricing in the description must be true and clearly understandable. Please clarify or remove the claims from the description. Your product is not fully free because it involves an opportunity to spend money separate from the initial acquisition of the app (contains in-app purchases, relies on subscription whether that is obtained inside or outside the app or its metadata).
Pricing Claim: "ICO Unpacker is a lightweight, free Windows desktop tool"
Found in the following languages listings: All provided languages
Alle Sprachen. Jede Erwähnung von „free".
Die Richtlinie
Der Zertifizierungsbericht zitierte 10.1.4.3 (App Quality - Description). Dieser Untercode taucht auf der öffentlichen Store-Richtlinienseite nicht auf, aber der übergeordnete Abschnitt 10.1.4 besagt:
Your product must have distinct and informative metadata and must provide a valuable and quality user experience.
Es gibt auch einen direkter relevanten Abschnitt. 10.8.4 regelt die Preistransparenz in Metadaten:
Your product and its associated metadata must provide information about the types of in-product purchases offered and the range of prices. You may not mislead customers and must be clear about the nature of your in-product promotions and offerings including the scope and terms of any trial experiences.
Beachte den zentralen Satz: „You may not mislead customers." Wenn deine App In-App-Käufe anbietet, steht „free" in der Beschreibung im Widerspruch zum tatsächlichen Preismodell — selbst wenn der Kauf vollständig optional ist.
Der Zertifizierungsbericht ist noch deutlicher darüber, was als „not fully free" gilt:
Your product is not fully free because it involves an opportunity to spend money separate from the initial acquisition of the app (contains in-app purchases, relies on subscription whether that is obtained inside or outside the app or its metadata).
Jede Gelegenheit, Geld auszugeben — optional oder nicht — bedeutet, dass die App nicht „fully free" ist.
Warum das wichtig ist
Aus Benutzersicht ist das nachvollziehbar. Wenn ich in der Beschreibung „kostenlos" lese, aber in der App dann einen Kaufbildschirm sehe, fühle ich mich getäuscht — selbst wenn der Kauf rein optional ist. Der Store zeigt bereits ein Preisschild auf deiner Produktseite an: „Free" mit dem Hinweis „In-app purchases" darunter. Deine Beschreibung sollte dem nicht widersprechen, was der Store den Benutzern selbst sagt.
Was ich ändern musste
Stell es dir wie einen Code Review vor: Wenn dein Reviewer einen Fehler an einer Stelle markiert, korrigierst du nicht nur diese eine Zeile — du prüfst den gesamten PR auf dasselbe Muster. Der Zertifizierungsbericht zitierte nur eine bestimmte Stelle, aber die „free"-Behauptung war über mehrere Felder und alle 10 Sprachvarianten verstreut. Ich musste den gesamten Eintrag durchgehen.
Hier ist, was ich gefunden und korrigiert habe:
| Feld | Vorher | Nachher |
|---|---|---|
| Beschreibung | "a lightweight, free Windows desktop tool" | "a lightweight Windows desktop tool" |
| Funktionsliste | "Lightweight and free, ready to use" | "Lightweight, ready to use" |
| Kurzbeschreibung | "Free ICO icon decomposition tool" | "ICO icon decomposition tool" |
3 separate Felder × 10 Sprachen = 30 Änderungen, alle mit derselben Ursache. Der Prüfer zitierte nur eine Zeile, aber das Problem war überall.
Fazit
Wenn deine App irgendeine Form von In-App-Kauf hat:
- Schreibe nicht „free" in die Beschreibung, Kurzbeschreibung, Funktionsliste, Screenshots oder andere Metadaten — 10.8.4 verbietet es, Kunden bei Preisangaben zu täuschen
- Der Store zeigt automatisch „Free with in-app purchases" auf deiner Produktseite an — lass ihn die Preislabels übernehmen
- Wenn du IAP nach dem Schreiben deines Eintrags hinzugefügt hast, gehe zurück und prüfe alle Sprachen auf veraltete „free"-Behauptungen
Das einfachste Denkmodell: Lass das Preisschild des Stores für sich sprechen. Deine Beschreibung sollte erklären, was die App tut, nicht was sie kostet.
Teil der Store-Fallen-Serie.